25.11.2013

Oasen des Friedens und des Gebetes

Die Initiativgruppe „Gebet für Stuttgart“ und der Trägerkreis „Miteinander für Europa“ gaben einen Beitrag zu den diesjährigen Feierlichkeiten am 3. Oktober in Stuttgart.


Taizé-Gebet in der Leonhardskirche

"Eine halbe Million Bürger hat in Stuttgart die deutsche Einheit gefeiert - heiter, ausgelassen und friedlich" - so charakterisierte die Stuttgarter Zeitung dieses große Fest am 3. Oktober 2013, an dem die Bundesregierung, die 16 Bundesländer und die Stadt Stuttgart sich jeweils mit ihren Besonderheiten präsentierten.

Die Initiativgruppe "Gebet für Stuttgart" und der Stuttgarter Trägerkreis "Miteinander für Europa" wollten sich bewusst in dieses gesellschaftliche Ereignis einklinken. Dabei ist eine gute Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Stuttgart entstanden. Gemeinsam knüpfte man daran an, was vor 24 Jahren die Berliner Mauer zum Einsturz und eine friedliche Revolution gebracht hat: Kerzen und Gebete.

Otto Haussecker von der Tertaiärgemeinschaft der Christusbruderschaft Selbitz erzählt: "Wir griffen die alte Idee der Stundengebete auf. Diese Urkultur der Klöster und geistlichen Gemeinschaften wollten wir in die Festkultur der Stadt zum 3. Oktober einbringen".

So luden die Initiatoren in das CVJM-Haus ein zu einem Mittagsgebet unter der Überschrift „DANK–MAL“. Die Besucher waren eingeladen, Dank-Punkte für das Wirken Gottes und der Menschen auf dem Weg zur Einheit sowie die Bitten für aktuelle Herausforderungen heute vor Gott zu bringen. Gerade das gemeinsame Gebet führte Menschen aus verschiedenen Gemeinschaften und Gemeinden zusammen und zu einer tiefen Dankbarkeit. 120 Personen von den Festmeilen und Festplätzen kamen - mitten am Tag - um innezuhalten und sich Gott zuzuwenden.

Noch mehr Besucher (300) kamen abends auf 18 Uhr zum Abendgebet nach der Liturgie von Taizé in die Leonhardskirche. Weit gespannte Tücher im Kirchenschiff, hell angestrahlte Ikonen am Altar und überall Kerzen machten diese Kirche schon beim Betreten zu einer Oase der Stille.
Die mehrstimmigen Gesänge, von einer Musikgruppe begleitet, und die Lesungen und Gebete zur Einheit öffneten vielen das Herz. In vielen klingt und wirkt noch jetzt die Bitte nach: "Hilf uns im Alltag, Mauern und Gräben zu überwinden, wo immer sie sich auftun. Wir bitten dich, dass dieser Tag weiter wirkt".