01.07.2016

Gegen die Fliehkräfte der Angst...

gelte es, ein Miteinander der Hoffnung zu verwirklichen. Seit Donnerstag, 30.06. diskutiert in München die europäische Kirchenbasis über Ökumene und Europa.


Christliche Gemeinschaften und Bewegungen können Europa, das sich zunehmend polarisiert, zusammenführen. Das sagte der evangelisch-lutherische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am ersten Vormittag des Mitarbeiterkongress des ökumenischen Netzwerkes „Miteinander für Europa“ in München. 1700 Teilnehmer aus 200 christlichen Gemeinschaften und Bewegungen und 40 Ländern sind dazu bis morgen (Freitag) im Circus Krone zusammen.

„Wenn wir die drängenden Fragen Europas nicht klären, werden sie uns überrollen“, erklärte Gerhard Proß vom internationalen Leitungskomitee zu Beginn, „Europa muss lernen, zu teilen!“ Die 15-jährige Erfahrung der christlichen Gemeinschaften und Bewegungen im „tiefen Prozess der Versöhnung hin zu einer Gemeinschaft, in der Verschiedenheit als Bereicherung erlebt wird“, befähige die Gemeinschaften, den Fliehkräften in Europa einen Weg zu einem neuen Miteinander entgegen zu setzen.

Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm gaben ein überzeugendes Beispiel ihrer Freundschaft und ihres gemeinsamen Weges. Die Ökumene der Herzen verspreche viel mehr für die Zukunft der Kirchen als man denke, sagte der Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das Ziel der Einheit erreiche man nur, wenn man sich ganz und gar versöhne, unterstrich Kardinal Marx. Die Kraft dazu ergebe sich aus der Begegnung: „Der Andere macht uns stark und hilft uns auf dem Weg zur Versöhnung“.

Am Nachmittag boten 19 thematisch sehr unterschiedliche Foren den Teilnehmern Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, darin Berichte über Projekte und Initiativen einzelner Gemeinschaften, aber auch persönliche Glaubenszeugnisse. Um die „Stolpersteine“ in der Ökumene ging es in einem gut besuchten Forum, in dem sich auch Kardinal Kasper, ehemaliger Präsident des katholischen Ökumene-Sekretariats einbrachte. „In Lernerfahrungen und Vergebungserfahrungen seid Ihr ein wichtiger Vorposten!“ sagte der Ökumene-Experte und stellte in Aussicht, dass es in absehbarer Zeit eine Erklärung geben könnte zu übereinstimmenden Lehrmeinungen zwischen evangelisch-lutherischer und katholischer Kirche zu den Themen Kirche, Amt und Eucharistieverständnis.

Ein anderes Forum beleuchtete das nicht immer spannungsfreie Verhältnis zwischen den institutionalisierten Kirchen und Bewegungen und Gemeinschaften. „Sie können in den Kirchengemeinden Übersetzungsdienste leisten, denn Sie kennen die Sprache der Welt und die Glaubenssprache der Kirche, unterstrich dabei Kirchenrat Franz Zeeb.