Wir bekräftigen heute erneut die Botschaften der Treffen von „Miteinander für Europa“ 2004 und 2007 in Stuttgart. Wir orientieren uns in unserem Handeln an dem Ja zum Leben und zum Menschen, das uns Jesus im Evangelium gebracht hat. Dieses Ja ist das große Hoffnungszeichen für unsere Welt. In dieser Hoffnung sind wir „miteinander auf dem Weg“.
Wir setzen uns ein für das Leben in allen Phasen seiner Entwicklung. Wir engagieren uns, dass jeder Mensch Wertschätzung und Liebe erfahren kann: von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende. Wir wollen Menschen in Krisen beistehen.
Wir setzen uns ein für Ehe und Familie. Wir wollen zu einer Politik beitragen, die durch neue Rahmenbedingungen Mut zur Ehe zwischen Mann und Frau und Mut zu Kindern macht. Wir arbeiten dafür, dass die Familie der Ort ist, an dem Kinder soziales Verhalten und Wertmaßstäbe für eine gerechte Gesellschaft lernen können.
Wir setzen uns ein für den Schutz von Natur und Umwelt. Wir wollen sie als Gabe von Gott für kommende Generationen erhalten. Wir ermutigen dazu, in der Ernährung saisonale und regionale Produkte vorzuziehen und unterstützen den Vorschlag des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, der 2007 auch von der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung (EÖV3) in Sibiu aufgenommen wurde, den 1. September als „Tag der Schöpfung“ in den Jahreskalender aufzunehmen.
Wir wollen mit den Armen leben; sie sind unsere Freunde. Deshalb unterstützen wir alle Initiativen, die Armen, Benachteiligten und Menschen, die am Rand stehen, ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft geben.
Wir setzen uns ein für eine Form der Wirtschaft, die sich am Menschen und am Gemeinwohl orientiert. Wir ermutigen zu einem Arbeits- und Lebensstil in Unternehmen, der sich um transparentes Handeln und faire Beziehungen innerhalb des eigenen Betriebs sowie zu Kunden, Lieferanten und Mitbewerbern bemüht. Dass dies möglich ist, haben Unternehmer unter uns erprobt; sie stehen dazu auch in konjunkturellen Krisenzeiten.
Wir setzen uns ein für Frieden und Ausgleich in der Gesellschaft. Wir wollen zum Abbau von Konflikten im Kleinen wie im Großen beitragen und mithelfen, dass in der Gesellschaft Strategien zur Lösung von Konflikten gelernt werden.
Wir sind bereit, Verantwortung in unserer Gesellschaft zu übernehmen. Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt den Jugendlichen. Für sie und mit ihnen setzen wir uns ein für ein friedliches und gewaltfreies Miteinander an Schulen und in unseren Städten. Mit Programmen und Projekten wollen wir aktiv und präventiv der wachsenden Gewaltbereitschaft entgegenwirken.
Wir wollen einen Beitrag zur Verständigung der Völker in Ost und West leisten. Als christliche Bewegungen und Gemeinschaften wollen wir uns gegenseitig besuchen. Dabei versuchen wir, die Geschichte und Begabung des anderen tiefer zu erfassen. Wir bemühen uns, Fremdes zu begreifen, ihm Raum zu geben und es schätzen zu lernen. Wir wollen einander in konkreten Projekten unterstützen, ohne uns gegenseitig für unsere Anliegen zu vereinnahmen. Wir wollen einander fördern und lernen, die Sprache des anderen zu verstehen und selbst eine sorgfältige Sprache zu sprechen.
Unser Ja soll Zeichen unserer Hoffnung sein: Eine Welt, in der wir Menschen wie Geschwister leben, ist möglich.
Würzburg, 07.11.2009

