Nightfever Frankfurt

Menschen mit Kaufhaustüten bepackt, gehen mit unsicheren Schritten durch den Mittelgang des Frankfurter Doms. Völlig überrascht von einer bunt ausgeleuchteten und mit vielen Kerzen geschmückten Kirche tasten sich die Besucher zum Altar, auf dem in wunderbarem Licht erstrahlend das ausgesetzte eucharistische Brot in einer kreuzförmigen Monstranz entgegen leuchtet. Dort legen sie ihre Tüten zur Seite und zünden eine Kerze an. Umhüllt von den Lobpreisgesängen der Musikgruppe, knien einige sogar für einige Minuten nieder, ziehen sich einen Bibelvers in ihrer Muttersprache.

Mancher hat Tränen in den Augen, wenn er seine Einkaufstüten wieder ergreift und beschenkt von dieser Art Gottesbegegnung, die so völlig überraschend anders wirkende Kirche wieder verlässt. Später am Abend, vor Mitternacht, kommen einige etwas angetrunkene Jugendliche laut tuschelnd den Mittelgang entlang, noch nicht ganz entschlossen, ob sie mit den draußen von freundlichen Mitarbeitern geschenkten Kerzen wirklich bis nach vorne gehen sollen. Die Mädchen schließlich fordern die zögernden Jungs auf, doch ein wenig mehr Mut zu zeigen. Und so trotten diese den jungen Frauen hinterher, die Wodkaflasche in der Hand. Auch sie erleben, dass sie kommen können zu diesem Jesus Christus. Vielleicht war es für einzelne die erste Kerze, die sie je angezündet haben in einer Kirche, vor einem Altar.

Nightfever, eine bisher vorwiegend katholische Initiative, die es seit dem Weltjugendtag in Köln mittleweile in mehr als 40 Kirchen in Deutschland gibt, hat in Frankfurt einen ökumenischen Anlauf genommen. Am 12. Mai 2012 gestaltete das Team der Gemeinschaften von "Miteinander für Europa" erstmals diese besondere Gebetszeit. Doch es sollte nicht nur bei einem einmaligen Auftreten in der Öffentlichkeit bleiben, sondern eine bleibende Spur der Einheit in der Stadt zu hinterlassen. Das Nightfever-Konzept mit seinem einladenden missionarischen Element des Kerzenverteilens an Passanten und dem Hauptteil der Anbetung und  des Gebets von 20.00-24.00 Uhr mit Musik und starken geistlichen Texten bis hin zur jugendgemäßen Ausleuchtung der Kirche eröffnet viele Schnittmengen aus den gelebten Traditionen in den bereits vernetzten Gemeinschaften und Bewegungen.

Die Vernetzung mit dem Frankfurter Stadtdekan und anderen Gruppen sowie die tatkräftige Hilfe der Nightfever-Truppe aus Mainz haben dann einen solchen Start möglich gemacht. Mittlerweile bereiten wir gerade den vierten Nightfever-Abend in der Innenstadt von Frankfurt vor, jetzt in der Liebfrauenkirche direkt an der Einkaufsmeile Zeil.


Wir sind dankbar für die wachsende Freude am Miteinander, über die vielen hunderte Menschen, die so eine Gottesbegegnung haben konnten, für das Kennenlernen der unterschiedlichen Anbetungstraditionen und vor allem über die erfahrbare Gegenwart Gottes in der Mitte. Wir hoffen, auch in den kommenden Monaten in ökumenischem Lernen das "Miteinander" noch für weitere Gruppen und Christen öffnen zu können und so eine wachsende Einheit unter dem Volk Gottes im Nightfever zu erleben.

Bernd Oettinghaus

Kontakt vorort

Sie möchten sich in Frankfurt gern in das ökumenische Miteinander der Gemeinden, Gemeinschaften und Bewegungen einbringen? Dann ist eine Gelegenheit sicher das "Nightfever".

Ansprechpartner für "Miteinander für Europa" in Frankfurt ist aber auch Bernd Oettinghaus, erreichbar per E-Mail.